Elektrosmog durch Photovoltaik: Wahrheit oder Mythos?

zurück   6. Dezember 2022   Allgemein
Elektrosmog durch Photovoltaik: Wahrheit oder Mythos?

Photovoltaik gehört zu den entscheidenden Technologien in Hinblick auf die Energiewende – und ist nicht erst seit Energiekrise und steigenden Brennstoffpreisen gefragter denn je. Doch bei allen Vorteilen des grünen Stroms vom eigenen Dach hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Photovoltaikanlagen gesundheitsschädlichen Elektrosmog erzeugen. Aber was ist das eigentlich? Wodurch entsteht er und wie gefährlich ist die Strahlung von Solaranlagen wirklich? Hier erfahren Sie, ob PV-Anlagen ein Gesundheitsrisiko darstellen.

 

Was sind elektromagnetische Strahlung und Elektrosmog?

Überall dort, wo Strom fließt, entstehen elektrische Magnetfelder. Unter der Bezeichnung Elektrosmog versteht man umgangssprachlich die Belastung, die von technisch erzeugten magnetischen, elektrischen sowie elektromagnetischen Feldern ausgeht.

Da die Frequenz des Stroms nicht immer gleich ist, variiert die Strahlung jedes einzelnen elektrischen Felds. Deshalb wird unterschieden zwischen

  • niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern
  • hochfrequenten elektromagnetischen Feldern

 

Gut zu wissen: Egal, ob elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder – je höher die Frequenz ist bzw. je höher der Stromverbrauch ist, desto höher sind die Feldstärke und somit der Elektrosmog.

 

Elektrische und magnetische Niedrigfrequenzfelder

Viele Haushaltsgeräte sind Stromverbraucher, die mit niederfrequentem Wechselstrom betrieben werden. Das bedeutet: Die Stromfrequenz liegt bei weniger als 100 Kilohertz. Sobald das Elektrogerät mit einer Steckdose verbunden ist, entsteht rund um Wasserkocher, Mixer und Co. ein elektrisches Feld. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät angeschaltet ist. Sobald Sie jedoch die Power-Taste drücken, bildet sich zusätzlich ein magnetisches Feld. Anders als die elektrische Strahlung, die sich rund um den Verbraucher ausbreitet und gut abgeschirmt werden kann, etwa durch Wände etc., lassen magnetische Strahlen sich schlecht abschirmen. Aber auch sie treten nur in der Nähe der Stromquelle auf. Mit zunehmendem Abstand verringert sich die Intensität des Feldes.

 

Elektromagnetische Hochfrequenzfelder

Liegt die Stromfrequenz, also die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, bei über 100 Kilohertz, spricht man von Hochfrequenz. Bei einer so hohen Frequenz treten die elektrischen und magnetischen Felder immer gleichzeitig als elektromagnetische Felder auf. Die elektromagnetische Strahlenbelastung lässt sich nicht durch Wände o. ä. abschirmen. Typische Erzeuger von elektromagnetischen Feldern sind beispielsweise Smartphones, WLAN-Router und Sendemasten.

 

Ist Elektrosmog gesundheitsschädlich?

Elektromagnetische Felder gibt es übrigens auch in der Umwelt und in uns Menschen. Als Elektrosmog wird jedoch nur künstlich erzeugte Strahlung bezeichnet – und die gibt es in jedem Gebäude, in dem Strom fließt. Immer wieder Diskussionsgegenstand sind die hochfrequenten elektromagnetischen Felder. Ging es lange nur um die Fragen, ob Essen aus der Mikrowelle krebserregend ist und ob es schädlich ist, nachts neben einem Radiowecker oder dem Handy zu schlafen, so taucht gerade in den letzten Jahren immer wieder der Vorwurf auf, Photovoltaikanlagen könnten zu Gesundheitsschäden führen.

 

Entscheidend für die Auswirkungen der Strahlenbelastung sind verschiedene Faktoren:

  • die Flussdichte bzw. die Stärke des Magnetfelds
  • die Distanz zur Quelle
  • die Dauer der Bestrahlung

 

Gibt es gesetzliche Vorgaben zu den Grenzwerten von elektrischen und magnetischen Feldern und Elektrosmog?

In der Bundesimmissionsschutzverordnung ist genau festgelegt, ab wann die Strahlung gefährlich wird. Genau definierte Grenzwerte geben an, ab welchem Wert der gesundheitliche Schutz nachweislich gewährleistet ist. Dabei werden bestimmte baubiologische Gesichtspunkte berücksichtigt. So gelten in Schlafzimmern andere Grenzwerte als in Wohnräumen und Büros. Fest steht, dass die Belastung mit zunehmendem Abstand zur Quelle immer geringer wird.

 

Allgemein gilt: Die meisten Haushaltsgeräte sowie Wechselrichter, Solarmodule, Leitungen und Co. von PV-Anlagen weisen nur eine niedrige Flussdichte, sprich ein geringes Magnetfeld und somit eine gesundheitlich unbedenkliche Strahlung, auf.

 

Verursachen PV-Anlagen eine gefährliche Strahlung?

Auf die Frage, ob eine installierte Photovoltaikanlage Strahlung erzeugt, lässt sich klar mit „ja“ antworten. Denn ebenso wie sämtliche elektrische Geräte lösen auch Wechselrichter, Solarmodule, Leitungen und Co., durch die Solarstrom fließt, elektrische und magnetische Felder aus:

  • Elektrische Gleichfelder: Sobald Sonnenstrahlung auf die Solarmodule der Anlage trifft (also tagsüber und nicht nachts!) und Solarstrom als Gleichstrom produziert wird, entsteht ein elektrisches Feld. Dieses ist jedoch nur nahe an den Modulen und den Gleichstromleitungen vorhanden. Aus baubiologischer Sicht ist es sinnvoll, die – zwar unbedenkliche – Belastung durch eine gute Dachisolierung abzuschirmen.
  • Elektrische Wechselfelder: Rund um den Wechselrichter (zur Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom) sowie zwischen Zähler und Wechselrichter bilden sich elektrische Wechselfelder. Vom Wechselrichter geht in der Regel die größte, wenn auch nicht gefährdende Belastung aus. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen und die Strahlung weiter reduzieren wollen, empfiehlt es sich, dass der Wechselrichter im Keller bzw. abseits der Wohn- und Schlafräume installiert wird.
  • Magnetische Gleichfelder: Je stärker die Sonneneinstrahlung ist, desto stärker wird das Magnetfeld. Durch einen kompakten Aufbau der Anlage lässt sich das Magnetfeld klein halten.
  • Magnetische Wechselfelder: Je intensiver die Sonneinstrahlung ist, desto stärker ist das magnetische Wechselfeld, das vor allem rund um den Wechselrichter erzeugt wird. Nachts entsteht folglich kein Magnetfeld.

 

Gut zu wissen: Allgemein ist die gemessene Belastung von Wechselfeldern höher als die von Gleichfeldern. Die Grenzwerte liegen deshalb deutlich niedriger.

 

Was ist bei der Installation von Photovoltaik zu beachten?

Keine Frage, Photovoltaikanlagen erzeugen zwar Elektrosmog, dieser ist in der Regel jedoch gesundheitlich völlig unbedenklich. Sie sind noch skeptisch? Dann haben wir einige Tipps für Sie, mit denen Sie die Strahlenbelastung noch weiter reduzieren können:

  1. Installieren Sie den Wechselrichter mit möglichst großem Abstand zu Räumen, in denen Sie sich lange aufhalten.
  2. Achten Sie auf einen hochwertigen Wechselrichter (möglichst mit Trafo).
  3. Sorgen Sie für eine Erdung der Module.
  4. Achten Sie auf eine strahlenreduzierende Verlegung aller Leitungen.
  5. Achten Sie auf einen Aufbau Ihrer Solaranlage, der ein möglichst kleinflächiges Magnetfeld begünstigt.
  6. Schirmen Sie die elektrischen Felder auf dem Dach durch eine solide Dachhaut ab.
  7. Halten Sie sich auf Dauer mindestens einen Meter von der Solaranlage entfernt auf.

 

Fazit: Der Elektrosmog von PV-Anlagen als Gesundheitsrisiko ist ein Mythos

Auch wenn Photovoltaikanlagen Solarenergie zur Stromerzeugung nutzen und dabei Elektrosmog verursachen, so ist das Vorurteil, dass die Solaranlagen-Strahlung gefährlich ist, ein Irrglaube. Die Feldstärken und damit auch die Belastung sind bei richtiger Ausführung viel zu gering, um ein Gesundheitsrisiko darzustellen.

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